Florian Franke

FreilichtSession

Florian Franke ist der Jazzer unter den Deutsch-Poeten. Denn er weiß, wie sie funktioniert, die Radio-Gegenwart. Refrain, Bridge, Refrain. Dazu am Besten noch ein Wort in der Hook, das Widerhaken hat. Weil er hängen bleiben will, der Pop. Franke hat all das gelernt in seinem Musikstudium an der Mannheimer Popakademie. Aber sobald man etwas weiß, kann und beherrscht, ist es Zeit es zu sprengen. Zum Beispiel mit einem kleinen Orchesters, und mit Rhytmenwechseln und Melodien, die sich einem so elegisch in die Ohren gießen, dass sie sich eben nicht festsetzen, sondern – viel, viel besser – einen mitnehmen. In die Ferne, die nicht selten der Ort ist, an dem man bei sich selbst ankommt. Weil man sich endlich in der Totalen sieht.

MOND heißt das Album, für das sich der Wuppertaler Nostalgiker von Chansons und alten Schlagern hat inspirieren lassen. Udo Jürgens schimmert in Frankes Arrangements aber immer nur als Zündfunke durch. Der Multiinstrumentalist, der von Rasseln, über Klavier und Xylophon bis hin zum Glockenspiel viele Instrumente seines Werkes selbst eingespielt hat, lebt ganz im Jetzt. Und trotzdem sieht man ihn beim Hören von MOND seitwärts große Showtreppen hinuntersteigen.

Franke hat sein Leben schon früh der Musik verschrieben. Als Kind sang er als Solist in der Wuppertaler Kurrende, und tourte mit ihr durch Europa. Als Jugendlicher gründete er eine Rockband, nur um nach dem Abitur als Hotelpianist und Studiosänger zu arbeiten. Seit 2017 tritt er nun solo auf. „Stadtgeflüster“ heißt sein selbstveröffentlichtes Pop-Debüt, das ihm bereits Airplays auf sämtlichen Radiostationen einbrachte, eine Show als Support für Philipp Dittberner und eine eigene Tour durch Deutschland und die Schweiz. Gleich drei Mal hintereinander füllte er 2017 das Auditorium Stravinski in Montreux. Von der gelebten Unstetigkeit handelt auch sein bluesiges „Melancholie“. Eine Beziehung muss scheitern, weil zwei Liebende – und damit immer irgendwie auch zwei Leidende – zwei zu unterschiedliche Tagesabläufe haben. „Und scheiß egal wie oft die Beiden sich bekriegen, den Kuss haben sie niemals bereut.“ Es ist Frankes unverstellte Art und Weise, sowie seine unfassbar berührende Stimme, die einen von MOND nicht fortkommen lassen. So wunderbar kann die Gegenwart also klingen, wenn man sie nur lässt.

Infos

  • 30.08.2019
    20:00 Uhr
  • Konzert
  • Eintritt frei!