Offen für Veränderungen

Vom 15. Mai 1934 bis zum 30. Juni 1936 erbaut, wurde die Freilichtbühne im Juli 1936 eingeweiht und diente bis 1945 als Kundgebungsstätte.

Im Juni des Jahres 1945 zogen mit dem Städtischen Orchester Bochum Tanz und Musik in das Rund der Arena ein. Da die anderen Stadttheater nach dem Krieg beschädigt oder zerstört waren, wurde die Freilichtbühne bald auch offiziell zur Spielstätte erklärt: Nachdem Kulturamtsleiter Heinrich Bergmann vertraglich besiegelt hatte, dass die Bühne unter der künstlerischen Leitung von Erich Paul zu bespielen sei, eröffnete man die erste Spielzeit am 1. Juni 1946 feierlich mit der Operette „Der Vetter aus Dingsda“ von Eduard Künneke. Im Folgenden machten Komödien, Schau- und Lustspiele die Freilichtbühne zum Mekka für Freilichtbühnenfreunde. Aber auch Sportfans kamen regelmäßig auf ihre Kosten, wenn die Arena lokalen Vereinen als Austragungsort für Boxkämpfe diente.

In den 70er Jahren soll die Freilichtbühne nach Plänen des Amtes für Verkehrs- und Wirtschaftsförderung zu „regionaler Bedeutung“ erhoben werden. Der ehrgeizige Plan, sechs Wochen lang täglich mindestens eine Darbietung auf die Bühne zu bringen, macht Wattenscheid gleich hinter dem sauerländischen Elspe zur führenden Freilicht-Spielstätte in Nordrhein-Westfalen. In der Konsequenz keimen erste Diskussionen um eine Dachkonstruktion auf.

Da man die Kosten für dieses Dach jedoch auf 3,5 Millionen Euro schätzte, wurde das Projekt 1980 vom Rat der Stadt endgültig verworfen. Der Beliebtheit der Freilichtbühne tat dies jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil: Besucher aus dem ganzen Ruhrgebiet kommen in Scharen, um Schlager- und Liedermacherfestivals, Theater und Comedy, Chöre und Tanzgruppen zu sehen.

1993 muss die Bühne im Wattenscheider Stadtpark wegen Sicherheitsmängeln geschlossen und die Veranstaltungen auf die angrenzenden Rasenflächen verlegt werden. Zwei Jahre wird sie, bezuschusst vom Land NRW, saniert und umgebaut und kann 1995 in neuem Glanz strahlen. Ihre Wiedereröffnung am 1. Mai des Jahres feiert ganz Bochum gemeinsam mit Oberbürgermeister Ernst-Otto Stüber und prominenten Gratulanten wie Thomas Gottschalk.

Ob Jazz oder Klassik, Kinder- oder Musiktheater, Sportasse oder Spaßvögel – das Angebot in der Arena kennt auch fortan keine Sparten, keine Grenzen und kein Alter. Im „neuen Gewand“ mit Zeltdach bleibt die Freilichtbühne sich treu.